Der EuroStar ist eine der größten und schnellsten Achterbahnen mit frei hängenden Gondeln. Aufnahmen vom Oktoberfest München.

Bei dem Euro-Star handelt es sich um eine sogenannte invertierte Achterbahn ("inverted coaster"). Dies bedeutet, daß die Fahrgäste in der Bahn hängen. Die Beine baumeln frei heraus, während sich die Bahn durch Schrauben und Loopings dreht.

Durch diese Konstruktion sind natürlich sehr enge Radien der Fahrbahn bei erheblicher Beschleunigung der Fahrgäste aus. Das breite Bild unten zeigt zudem, wie einfach Schrauben bei dieser Form der Achterbahn aussehen. Aufgrund der engen Form nennt man dies bei einer solchen Achtenbahn auch "Schraubenzieher".

Konstruiert wurde der Euro-Star als erste transportable invertierte Achterbahn der Welt nach einem Entwurf des Schauststellers Oscar Bruch, dessen Familie seit 1848 im Kirmesgewerbe aktiv ist. Nach den daraufhin vom Ingenieur Werner Stengel erstellten Berechnungen und Plänen wurde die Bahn von den Firmen Giovanola und Intamin gebaut. Im Sommer 1995 stellt Oscar Bruch die Bahn auf der Rheinkirmes in Düsseldorf erstmalig dem Kirmespublikum vor.

Die Anlage wiegt stolze 1200 Tonnen und hat eine Höhe von rund 35 Metern. Auf der Schienenstrecke von 844 Metern wird der Fahrgast auf über 80 km/h beschleunigt und mit dabei zuweilen mit mehr als dem fünffachen seines Körpergewichts in den Hängesitz gedrückt.

Für die Größte Kirmes am Rhein 1995 kündigt sich Großes an: Der erste transportable Inverted Coaster der Welt soll auf den Rheinwiesen seine Weltpremiere feiern. Mit 1200 Tonnen Gewicht, 84 (!) Hängern, die zum Verladen der zerlegten Bahn nötig sind, 35 Metern Gesamthöhe, vier Überschlagelementen (Vertikal Looping, Revolution, zwei Korken), einer Schienenlänge von 844 Metern, einer Standfläche von 83 mal 43 Metern, einer Maximalbelastung von 5,2 g, einem Preis von ca. 14 Millionen DM und vielen anderen Superlativen zieht der Eurostar schon vor Beginn der Kirmes bei Presse, Kirmesfans und Besuchern die volle Aufmerksamkeit auf sich. Doch es kommt alles ein wenig anders als geplant, denn die unglaublich Größe der Achterbahn wird unterschätzt und der Abbau im Werk von Giovanola am Genfer See beginnt erst 14 Tage vor Spielbeginn in Düsseldorf! Nicht zuletzt aufgrund der enormen Hitze dauern die Arbeiten an der Bahn einfach zu lange. Außerdem fehlt natürlich beim Ab- und Aufbau noch die Routine und ein auf Erfahrungen beruhendes Konzept. Das Team steht vor einem riesigen Berg mit Einzelteilen, den es dann zu einer Achterbahn zusammensetzen muss.

So wird der Standplatz des Eurostars eingezäunt und die Aufbauarbeiten finden ihre Fortsetzung während der ersten sechs Spieltage der Größten Kirmes am Rhein. Die Baustelle zieht unglaubliche Menschmassen an und schon vor Aufnahme des Fahrbetriebs hat sie den höchsten Zuspruch aller Attraktionen zu verbuchen. Der Eurostar feiert schließlich am 20. Juli 1995 gegen 22 Uhr seine Premiere am Rheinufer - mit sechstägiger Verspätung. Die Menschen jubeln, als sei Düsseldorf gerade Deutscher Meister geworden, der Besitzer Oscar Bruch ebenfalls, denn nun wird erstmal gefahren und zwar ununterbrochen, ohne Punkt und Koma bis ca. 2.30 Uhr. Einige Presseartikel und Pressefotos, die Sie weiter unter finden, zeigen wie sehr das Thema 1995 beherrschend ist. Interessant ist dabei auch zu lesen, welche Superlative der Bahn im Laufe der Aufbautage zugeschrieben werden (7 Loopings, 12000 Tonnen Gewicht usw.).

Auf das Bild Klicken
Auf das Bild Klicken
Auf das Bild klicken
Auf das Bild klicken
Auf das Bild klicken
Auf das Bild klicken

Eurostar Münchner Oktoberfest

p://

von Clipfish

Ein Inverted Coaster (ugs.: Inverter) ist eine Achterbahn, bei der die Züge unter den Schienen fahren und die Sitze direkt unter dem Fahrwerk befestigt sind. Die zweite Eigenschaft unterscheidet den Inverter von einem Suspended Coaster, welcher auch unter den Schienen fährt, aber zu den Seiten ausschwingt. Das besondere Fahrgefühl machen vor allem die exponierte Haltung der Beine aus. Eine wörtliche Übersetzung des Begriffs wäre umgedrehte Achterbahn.

Euro-Star

Euro-Star

Auf dem Oktoberfest − vom Riesenrad


Auf dem Oktoberfest − vom Riesenrad
Daten
Typ Stahl – Inverted
Kategorie Inverted Coaster,
transportabel
Hersteller Intamin/Giovanola
Designer Ingenieurbüro Tengel GmbH
Eröffnung 1995
Schließung 2008
Länge 844 m
Höhe 30,15 m
Ausmaße 83×43 m²
max. Gefälle 45°
max. Querneigung 121°
max. Geschwindigkeit 80,8 km/h
g-Kraft max. 5,2 g
Inversionen 4
Besondere Elemente Looping
Revolutio
2× Korkenzieher

Der Euro-Star ist eine transportable Achterbahn vom Typ Inverted Coaster, die seit 2008 dauerhaft im Gorki-Park in Moskau steht.

Die Bahn besitzt mit einem Looping, einer Revolution (Hügel mit integrierter Drehung um die Herzlinie) und zwei „Korkenziehern insgesamt vier Überkopfelemente.

Mit einer Höhe von 30,15 m gilt der Euro-Star als größter transportabler Inverted Coaster der Welt und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 80,8 km/h sowie einen Spitzenbeschleunigungswert von 5,2 g. Zum Transport werden 84 LKW-Ladungen benötigt, die bei Bedarf auch mit der Bahn transportiert werden können.

Geschichte 

Ihre Premiere hatte die Bahn betrieben vom Schausteller Oscar Bruch auf der Düsseldorfer Rheinkirmes 1995 und bereiste in den Folgejahren hauptsächlich die großen deutschen Volksfeste, allerdings gab es auch Gastspiele im benachbarten Ausland. Manche Achterbahnfans besuchten nur wegen des Euro-Stars die entsprechenden Volksfeste.

Bei einem Auffahrunfall am 30. September 1996 auf dem Münchener Oktoberfestwurden 26 Menschen verletzt. Seitdem werden weniger Züge gleichzeitig auf die Fahrstrecke geschickt.

Ab dem Jahr 2000 verlor der Euro-Star allerdings aufgrund von Schlägen, die während der Fahrt für die Fahrgäste spürbar waren, an Beliebtheit. Durch eine aufwendige und kostenintensive Überarbeitung, vor allem der Schienenstrecke, in der Winterpause 2003−2004 konnten diese Unannehmlichkeiten reduziert werden. Diese Renovierung wurde von der Firma Gerstlauer aus Münsterhausen durchgeführt, die auch selbst Achterbahnen und Rundfahrgeschäfte herstellt.

Im Sommer 2008 wurde die Bahn von der Betreiberfirma „Bruch Inverted Coaster GmbH & Co. KG“ an den Gorki-Park in Moskau verkauft. Hierdurch kam es zu Absagen der Gastspiele in Düsseldorf, Crange und auf dem Münchner Oktoberfest. Auf diesen Plätzen wurde die Bahn von der, ebenfalls von der Firma Bruch betriebenen, Apina Bahn ersetzt.

Im Gorki-Park wurde die Bahn auf dem ehemaligen Platz der Pax Looping-Achterbahn Roller Coaster aufgebaut und ist dort seit Herbst 2008 in Betrieb.