Münster Send in Westfalen 2009 Riesenrad Bellevue (Feuerwerk)

Historisches 



Sendschwert

Der Name Send ist von Synode abgeleitet, mit der seit dem 9. Jahrhundert die zweimal jährlich gehaltene Versammlung der Geistlichen und der führenden Vertreter des Bistums bezeichnet wurde. Vermutlich im 11. Jahrhundert schloss sich an die Synode ein Markt an, der sich von dem gewöhnlichen Wochenmarkt für die Stadtbewohner unterschied, denn die Verkaufsbeschränkungen und Privilegien einheimischer Kaufleute und Handwerker wurden für den Sendmarkt aufgehoben. Zu dieser Zeit fand der Send nur zweimal im Jahr statt, nämlich im Frühjahr und im Herbst. Der Sommersend sollte erst im 19. Jahrhundert eingeführt werden. Die erste urkundliche Erwähnung des Send findet sich für das Jahr 1525. Zusätzlich galt zu diesen Zeiten ein besonderer Marktfriede, der eine erhebliche Verschärfung des geltenden Stadtfriedens bedeutete. In Münster wurde bis 1578 jeder Bruch des Marktfriedens, der mit Blutvergießen verbunden war, mit dem Tode bestraft.

Seit dem Herbstsend von 1578 wird in dieser Zeit das sogenannte Sendschwert als Zeichen des tagenden Gerichts am Münsterschen Rathaus ausgehängt. In der Herbstsendnacht auf den 24. Oktober 2000 wurde das Sendschwert allerdings entwendet. Bis heute fehlt von dem Original jede Spur. Auf Veranlassung von Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann hing zum Frühjahrssend 2001 wieder eine Rekonstruktion am Rathaus.

Traditionell wurde der Send auf dem Domplatz veranstaltet, wo er die Vorteile der Domfreiheit besaß. Allerdings wurden die Geschäfte auch außerhalb des eigentlichen Marktplatzes abgewickelt, zum Beispiel auf dem angrenzenden Prinzipalmarkt. Erst im Jahre 1855 wurde vertraglich festgesetzt, dass die Händler, Kaufleute und Schausteller wegen des verursachten Lärms nicht mehr auf dem Domplatz geduldet würden. Der Send wurde aufgeteilt und der Viehmarkt zog auf den zu jener Zeit noch als Neuplatz bezeichneten Hindenburgplatz die Karussells wurden vor der Aegidiikaserne aufgestellt. Erst im Jahre 1916 sollten beide Teile wiedervereinigt werden und fanden seitdem auf dem Neuplatz bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1939 statt. Nach dem Ende des Krieges wurde im Jahre 1947 als Ersatz ein Lunapark veranstaltet. Als Austragungsort wählte man den Servatillplatz. Bereits ein Jahr später fand wieder der Send statt, allerdings bis zum Jahr 1951 erneut auf dem Domplatz, da der Neuplatz, bzw. seit 1928 Hindenburgplatz noch mit Trümmern belegt war. Seitdem ist der Austragungsort des Sends wieder der Hindenburgplatz.

Dreimal im Jahr ist Send - die größte Kirmes im Münsterland, die Jahr für Jahr über eine Million Besucher anzieht. Der ca. 40.000 Quadratmeter große Festplatz auf dem Hindenburgplatz in Münster ist nah zur Innenstadt an der "grünen" Promenade vor der malerischen Kulisse des Münsteraner Schlosses gelegen. Zu jedem Send finden sich etwa 250 Schaustellerbetriebe hier ein. Die Palette reicht von High-Tech-Hochfahrgeschäften für Abenteuerlustige bis zu klassischen Fahrgeschäften wie Riesenrad, Autoscooter und Karussells, Belustigungsgeschäften und Geisterbahnen. Neben nostalgischen und supermodernen Schaugeschäften sind auch viele gastronomische Betriebe vertreten.